Virus und Wut

Im Bücheratlas schreibt Martin Oehlen über die neue VIRAL-Lesungsstaffel, die diesmal in Zusammenarbeit mit dem Berliner Literaturforum im Brecht-Haus entstanden ist. Am ersten, von Melanie Katz zusammengestellten Abend, las Herr K. zum ersten Mal aus dem Kalendarium #6 und andere Texte, die in den letzten Wochen entstanden sind. „Manchmal fällt mir nichts Besseres ein / als dir auf den Hintern zu schauen / schöne Welt da draußen / natürlich ohne Dich anzufassen.“ In den Gesprächen, auch mit den anderen Dichter*innen, spürte man „mega-viel Wut“, aber nicht über das Virus, sondern über Präsidenten und Konzerne, die diese Zeit ausnutzen, um Gesetze zu verändern, Wälder zu roden, Minderheiten und soziale Randgruppen noch weiter auszugrenzen, Klagen abzuschmettern und dergleichen Übles mehr.

cover kalendarium 6

Herr K. im Büchermarkt

Die gestrige Büchermarkt-Sendung mit Herrn K. als Studio-Gast kann man noch auf der Seite des Deutschlandfunks nachhören. Themen waren das Kalendarium #2, die Lyrikkritik-Debatte und Jan Wagner. Zeit, um über den Gedichtband Glückliche Niederlagen zu sprechen, blieb leider nicht.

Kalendarium #2 Coveransicht

Grüße aus Westfalen

In der aktuellen Ausgabe der Literaturzeitschrift Am Erker (67/2014) aus Münster bespricht Rolf Birkholz den Bretagne-Gedichtband Sag Bonjour aus Prinzip und kommt angesichts von Felsen und Granit zu dem Schluss: „So gerät das Schwere scheinbar in Bewegung und bewegt die Sinne des Betrachters. Adrian Kasnitz baut daraus wiederum etwas Leichtes.“

790-Seiten-schwer ist auch die neue Ausgabe der Literatur in Westfalen (Beiträge zur Foschung 13). Neben Essays zu historischen westfälischen Schriftstellern gibt es dort auch Besprechungen aktueller Literatur und ein ausführliches Interview mit Christoph Wenzel und Herrn K. über die Anthologie Westfalen, sonst nichts? und das Doppelleben als Schriftsteller und Verleger.

UnknownSag Bonjour aus Prinzip

Wild gefleckt

Der Kölner Literaturwissenschaftler und Journalist Roberto Di Bella hat mit Das wild gefleckte Panorama eines anderen Traums ein Buch zu Rolf Dieter Brinkmanns spätem Romanprojekt geschrieben, das nun bei Königshausen & Neumann erscheint. Parallel zum Buch ist ein Blog zu Brinkmanns Werk entstanden. Dort werden auch seine Weggefährten und Leser befragt. Die Antworten von Herrn K. sind hier nachzulesen.

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