Laghetto balneabile

Für das italienische Literaturmagazin Satisfiction hat Dario Borso das Gedicht Badesee ins Italienische übertragen und ein kleines Portrait über Herrn K. geschrieben. Grazie mille! Voi potete leggere il poema qui.

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In Mexiko

Einige Gedichte aus dem Band Schrumpfende Städte sind mit einem Begleitwort des Übersetzers José Molina versehen im mexikanischen Literaturmagazin Avispero auf Spanisch und Deutsch erschienen. Zu finden ist es hier.

A Cover Schrumpf

Reise, Chile, Furia del libro

Der zweite Teil meiner Reise führte mich per Bus von Buenos Aires nach Santiago de Chile. Es ging stundenlang durch die Pampa, dann an der Universitäts- und Weinstadt Mendoza vorbei hoch in die Anden. Die Grenzstation liegt auf ca. 3500 m und wird vom Aconcagua, dem höchsten Berg Südamerikas (6962 m) überragt.

Im sehr zentral gelegenen Santiagoer Kulturzentrum GAM fand nun zum 10. Mal die Furia del libro statt, eine viertägige Buchmesse unabhängiger Verlage. Gegründet von einem Zusammenschluss mehrerer Editionen nehmen mittlerweile ca. 150 Aussteller teil, die  Romane und viel Lyrik aber auch Graphic Novels und Comics verlegen. Mein chilenischer Verlag Ediciones Das Kapital ist einer dieser Gründungsverlage und hatte mich eingeladen, mein Buch Fracasos felices dort vorzustellen. Aus deutscher Perspektive ist diese unabhängige Buchmesse aus zwei Gründen von besonderer Bedeutung: Zum einen ist mir – in dieser Größenordnung – keine von den Verlagen selbstorganisierte Buchmesse in Deutschland bekannt. Zum anderen erfreute sie sich über alle Tage einem sehr regen Zuspruch. Das Publikum strömte herbei, weil die Bücher ohne Buchpreisbindung direkt vom Verlag deutlich billiger zu haben waren als in den Buchhandlungen. Außerdem gab es ein Rahmenprogramm mit Lesungen, Autoren-Gesprächen, Workshops und Konzerten. Das Publikum war jung, an neuer Lyrik und Prosa sowie linksgerichteter Politik und Geschichte interessiert – so dass eine sehr angenehme Atmosphäre vorherrschte, die zu Gesprächen einlud. Meine Lesung und das anschließende Gespräch fanden dann im deutsch-spanisch-englischen Mischmasch statt. Als einzigem europäischen Vertreter wuden mir meine beschränkten Sprachkenntnisse nachgesehen. Rund um die Buchmesse traf ich auf sehr freundliche und neugierige Dichterkollegen, die an einem Austausch sehr interessiert sind. Wer weiß, welche Projekte sich in der Zukunft daraus entwickeln. Meinen Begegnungen in Südamerika werden weitere literarische Korrespondenzen folgen.

Zum Schluss ein Gedicht des in Valparaíso lebenden Dichters Enrique Winter (in meiner Übertragung):

Glättet die Fuchsschwanzschwingen

mit Nägeln im Gefieder

*

und verschenkt sie

bei diesem Candlelightdinner

*

dann die rote

Schwellung der Scheide

und der Klinge

*

das eingerissene Tuch

Reise, Argentinien, Dichterszene

Meine Reise führte mich zunächst nach Buenos Aires. Dort las ich gemeinsam mit den Dichtern Léonce W. Lupette und José Villa und stellte den von Pablo Jofré übersetzten Band Fracasos felices (Glückliche Niederlagen) im Goethe-Institut vor. In Buenos Aires gibt es eine sehr rege Dichter- und Verlagsszene, das konnte ich an den folgenden Tagen feststellen. Vieles findet in parallelen Szenen statt, die manchmal mehr, manchmal weniger miteinander zu tun haben (wollen). Am Abend der Goethe-Lesung erhielt ich eine Einladung zu einer von Lili Majic organisierten Lesung im feministischen Zentrum MU für den nächsten Abend. Dort traf ich eine lose Gruppe Dichter*innen, hörte und sah ihnen bei ihrer Performance zu und sprach mit den Dichtern Ignacio Vázquez und Julio C. Páez. Später begleitete ich Ignacio zu der Buchvorstellung von Luis Erker Ercolano. Allerdings stellte nicht der Dichter selbst sondern seine dichtenden Freunde sein Buch vor, indem jeder einen Text las und sich der Dichter auf diese Weise feiern lies. Auch die nächsten Abende führten mich zu Lesungen im Stadtteil Almagro, wo es jeden Abend Lesungen gibt. Poesía de emergencia heißt eine Gruppe, die im Tango-Salon La Hormiga de Oro auftrat, oder Aquémendia eine andere (scheinbar im ähnlich Umfeld stehende), die zur Lesung in die Emergente Bar nach Abasto einlud. Der Laden von Eloísa Cartonera in La Boca, des Verlags, der Bücher mit Pappen der Kartonsammler produziert, hatte sonntags geschlossen. Andere Buchhandlungen gibt es so zahlreich wie Empanada-Bäcker. Ich besuchte die wohl schönste: El Ateneo an der Avenida Santa Fe. Dieses Buchkaufhaus ist in einem ehemaligen, klassischen Theater untergebracht. Den letzten Abend verbrachte ich im Stadtteil Chacarita bei Tomás Fadel, einem jungen Verleger, bei dem ich weitere Dichter und Verleger traf – eine schier endlose Szene. Tomas druckt Bücher in Letterpress, fadengeheftet. In seiner früheren Edition fügte er in die Covers zum Beispiel Kronkorken ein. Wir diskutierten über Kleinverlage, wie die unsrigen, über Vertriebsschwierigkeiten und -möglichkeiten. Dichter- und Verlagswelten ähneln sich überall. Von Prosa bekam ich nicht viel mit. Immerhin hatte ich die Porteños Hernán Ronsino und César Aira im Gepäck. Ein paar weitere Bücher kamen im Lauf der Tage hinzu. Büchertausch und Bücherschmuggel sind gute Wege, um mit Kollegen ins Gespräch zu kommen. Julio C. Páez schenkte mir eins seiner Bücher, daraus ist das folgende, von mir übersetzte Gedicht:

Ein Foto,

so zart

wie der Augenblick

den es abbildet,

es ruft nicht nach

den Göttern der Vergessenheit,

sie beachten den Durst

der Wurzeln nicht,

die Zerbrechlichkeit

dauert fort.

 

Reise nach Argentinien und Chile

Da ich meistens zu Fuß oder per Bahn unterwegs bin und das Flugzeug möglichst selten benutze, bin ich so gut wie nie aus Europa herausgekommen. Einmal war ich auf der anderen Seite des Bosporus, einmal jenseits des Don, wo die Einheimischen sagten, das sei Asien. Aber das behaupten manche Kölner ja auch, wenn sie von der anderen Seite des Rheins sprechen.

Vermutlich würde ich daran nichts ändern, wenn ich nicht jetzt meinen Texten hinterher reisen dürfte. Für den chilenischen Verlag Das Kapital Ediciones hat Pablo Jofré den Gedichtband Glückliche Niederlagen ins Spanische übersetzt und der wird nun unter dem Titel Fracasos felices im südamerikanischen Frühling erscheinen. Zu Buchpräsentationen nach Buenos Aires (24.11., gemeinsam mit Léonce W. Lupette und José Villa, Goethe-Institut) und Santiago de Chile (1.-4.12., Furia del Libro) reise ich nun erstmals – freundlich unterstützt durch die Kunststiftung NRW – nach Südamerika, treffe dort Autor/innen, die ich teilweise über die Latinale und die parasitenpresse kennenlernen durfte und freue mich auf alle neuen Begegnungen. Tengo muchas ganas!

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Fracasos felices

So werden sie ausschauen, die Glücklichen Niederlagen in der spanischen Übersetzung von Pablo Jofré, die Ende des Monats im chilenischen Verlag Ediciones Das Kapital erscheinen werden. Fracasos felices ist der erste übersetzte Einzeltitel von Herrn K. Fantástico!

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Caine Prize for African Writing (in Köln)

Im Herbst beginnt die wunderbare Lesereihe Caine Prize for African Writing zu Gast in Köln, die von stimmen afrikas organisiert wird. Der Caine Prize ist eine renommierte Auszeichnung, die junge englischsprachige Erzählerinnen und Erzähler aus Afrika fördert und sie oft international bekannt macht. Die Lesereihe bringt einige der Preisträger der letzten Jahre nach Köln und zeigt, wie vielfältig und modern afrikanische Literatur ist. Zu Gast in Köln werden nach bisherigem Stand Rotimi Babatunde, Okwiri Oduor, Tope Folarin und Olufemi Terry sein.

Randständig ist auch Herr K. mit dem Projekt Frühstückstalks an der Lesereihe beteiligt, das die Vernetzung der Gäste und der Kölner Literaturakteure beabsichtigt.

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Nouvelles internationales #1

Aus den Glücklichen Niederlagen würden, sagt der Übersetzer Pablo Jofré, im Spanischen Fracasos felices. Die Übersetzung des Bandes ist für den chilenischen Frühling (den europäischen Herbst) geplant.

Außerdem sind in transkrit (8/2016), der revue littéraire / Zeitschrift für Literatur, die vom Centre culturel Kulturfabrik im luxemburgischen Esch/Alzette herausgegeben wird, eine Hand voll neue Gedichte von Herrn K. erschienen.