Скелет – auf Mazedonisch

Das Gedicht Skelett aus dem Band Glückliche Niederlagen ist nun in der Übersetzung von Elizabeta Lindner auf Mazedonisch erschienen und damit in einer Sprache mehr. Nachlesen kann man es bei SlovoKult.

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Dans la revue Muscle

C’est génial! In der Revue Muscle (No. 21) aus Marseille sind jetzt ein paar Gedichte aus dem Band Glückliche Niederlagen auf Französisch erschienen. Die Übersetzung besorgte Roxana Hashemi. Auch mein Vorname wurde französisiert.

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AC Biblio / Athens Cologne Bibliodiversity

Das deutsch-griechische Literaturtreffen AC Biblio / ΑΚ Βιβλίο bringt Ende Januar 2019 Dichter*innen, Verleger*innen und Zeitschriftenmacher*innen aus Köln und Athen zusammen. Zum Thema Bibliodiversität treffen sich die Verlage Antipodes und parasitenpresse sowie die Literaturzeitschriften FRMK und KLiteratur zu einem internen Workshop, in dem folgende Fragen im Vordergrund stehen: Wie können kleine Verlage, Literaturzeitschriften und Autoreninitiativen in einem sich rasant entwickelnden Buchmarkt bestehen? Und wie können diese vier Akteure zusammenarbeiten, um einen stetigen deutsch-griechischen Literaturaustausch zu ermöglichen?

Der zweite Teil von ist die öffentliche Performance am Samstag, 26. Januar, um 19 Uhr, in der Buchhandlung Little Tree Books & Coffee in Athen, zu der alle eingeladen sind. Dort lesen die Dichter*innen aus Köln und Athen zweisprachig. Gäste des Abends sind Katerina Iliopoulou, Adrian Kasnitz, Kostas Spatharakis, Jonas Linnebank und Pavlina Marvin / Danae Sioziou. Musikalisch begleitet werden sie von Guido De Flaviis (Saxophon).

Das Literaturtreffen wir geleitet von Danae Sioziou und Adrian Kasnitz. Ermöglicht wird der Besuch in Athen durch Fördermittel aus dem Programm Transfer international des NRW KULTURsekretariats Wuppertal und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf. Ein Gegenbesuch in Köln ist geplant.

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Kliteratur (2/2018)

Die 2. Ausgabe der Kölner Literaturzeitschrift KLiteratur ist da. Darin enthalten ist das Gedicht Le pas du chat noir von Herrn K. (aus dem Kalendarium #3) auf Deutsch und in polnischer Übersetzung von Marta Pieczonko. Sollte auf jede Wunschliste! Die KLiteratur wird am 10. Dezember im Literaturklub vorgestellt und ist auch am 15. Dezember beim Tag der parasitenpresse in der Galerie La felce in Ehrenfeld mit von der Partie.

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Reise, Chile, Furia del libro

Der zweite Teil meiner Reise führte mich per Bus von Buenos Aires nach Santiago de Chile. Es ging stundenlang durch die Pampa, dann an der Universitäts- und Weinstadt Mendoza vorbei hoch in die Anden. Die Grenzstation liegt auf ca. 3500 m und wird vom Aconcagua, dem höchsten Berg Südamerikas (6962 m) überragt.

Im sehr zentral gelegenen Santiagoer Kulturzentrum GAM fand nun zum 10. Mal die Furia del libro statt, eine viertägige Buchmesse unabhängiger Verlage. Gegründet von einem Zusammenschluss mehrerer Editionen nehmen mittlerweile ca. 150 Aussteller teil, die  Romane und viel Lyrik aber auch Graphic Novels und Comics verlegen. Mein chilenischer Verlag Ediciones Das Kapital ist einer dieser Gründungsverlage und hatte mich eingeladen, mein Buch Fracasos felices dort vorzustellen. Aus deutscher Perspektive ist diese unabhängige Buchmesse aus zwei Gründen von besonderer Bedeutung: Zum einen ist mir – in dieser Größenordnung – keine von den Verlagen selbstorganisierte Buchmesse in Deutschland bekannt. Zum anderen erfreute sie sich über alle Tage einem sehr regen Zuspruch. Das Publikum strömte herbei, weil die Bücher ohne Buchpreisbindung direkt vom Verlag deutlich billiger zu haben waren als in den Buchhandlungen. Außerdem gab es ein Rahmenprogramm mit Lesungen, Autoren-Gesprächen, Workshops und Konzerten. Das Publikum war jung, an neuer Lyrik und Prosa sowie linksgerichteter Politik und Geschichte interessiert – so dass eine sehr angenehme Atmosphäre vorherrschte, die zu Gesprächen einlud. Meine Lesung und das anschließende Gespräch fanden dann im deutsch-spanisch-englischen Mischmasch statt. Als einzigem europäischen Vertreter wuden mir meine beschränkten Sprachkenntnisse nachgesehen. Rund um die Buchmesse traf ich auf sehr freundliche und neugierige Dichterkollegen, die an einem Austausch sehr interessiert sind. Wer weiß, welche Projekte sich in der Zukunft daraus entwickeln. Meinen Begegnungen in Südamerika werden weitere literarische Korrespondenzen folgen.

Zum Schluss ein Gedicht des in Valparaíso lebenden Dichters Enrique Winter (in meiner Übertragung):

Glättet die Fuchsschwanzschwingen

mit Nägeln im Gefieder

*

und verschenkt sie

bei diesem Candlelightdinner

*

dann die rote

Schwellung der Scheide

und der Klinge

*

das eingerissene Tuch

Reise, Argentinien, Dichterszene

Meine Reise führte mich zunächst nach Buenos Aires. Dort las ich gemeinsam mit den Dichtern Léonce W. Lupette und José Villa und stellte den von Pablo Jofré übersetzten Band Fracasos felices (Glückliche Niederlagen) im Goethe-Institut vor. In Buenos Aires gibt es eine sehr rege Dichter- und Verlagsszene, das konnte ich an den folgenden Tagen feststellen. Vieles findet in parallelen Szenen statt, die manchmal mehr, manchmal weniger miteinander zu tun haben (wollen). Am Abend der Goethe-Lesung erhielt ich eine Einladung zu einer von Lili Majic organisierten Lesung im feministischen Zentrum MU für den nächsten Abend. Dort traf ich eine lose Gruppe Dichter*innen, hörte und sah ihnen bei ihrer Performance zu und sprach mit den Dichtern Ignacio Vázquez und Julio C. Páez. Später begleitete ich Ignacio zu der Buchvorstellung von Luis Erker Ercolano. Allerdings stellte nicht der Dichter selbst sondern seine dichtenden Freunde sein Buch vor, indem jeder einen Text las und sich der Dichter auf diese Weise feiern lies. Auch die nächsten Abende führten mich zu Lesungen im Stadtteil Almagro, wo es jeden Abend Lesungen gibt. Poesía de emergencia heißt eine Gruppe, die im Tango-Salon La Hormiga de Oro auftrat, oder Aquémendia eine andere (scheinbar im ähnlich Umfeld stehende), die zur Lesung in die Emergente Bar nach Abasto einlud. Der Laden von Eloísa Cartonera in La Boca, des Verlags, der Bücher mit Pappen der Kartonsammler produziert, hatte sonntags geschlossen. Andere Buchhandlungen gibt es so zahlreich wie Empanada-Bäcker. Ich besuchte die wohl schönste: El Ateneo an der Avenida Santa Fe. Dieses Buchkaufhaus ist in einem ehemaligen, klassischen Theater untergebracht. Den letzten Abend verbrachte ich im Stadtteil Chacarita bei Tomás Fadel, einem jungen Verleger, bei dem ich weitere Dichter und Verleger traf – eine schier endlose Szene. Tomas druckt Bücher in Letterpress, fadengeheftet. In seiner früheren Edition fügte er in die Covers zum Beispiel Kronkorken ein. Wir diskutierten über Kleinverlage, wie die unsrigen, über Vertriebsschwierigkeiten und -möglichkeiten. Dichter- und Verlagswelten ähneln sich überall. Von Prosa bekam ich nicht viel mit. Immerhin hatte ich die Porteños Hernán Ronsino und César Aira im Gepäck. Ein paar weitere Bücher kamen im Lauf der Tage hinzu. Büchertausch und Bücherschmuggel sind gute Wege, um mit Kollegen ins Gespräch zu kommen. Julio C. Páez schenkte mir eins seiner Bücher, daraus ist das folgende, von mir übersetzte Gedicht:

Ein Foto,

so zart

wie der Augenblick

den es abbildet,

es ruft nicht nach

den Göttern der Vergessenheit,

sie beachten den Durst

der Wurzeln nicht,

die Zerbrechlichkeit

dauert fort.