Kliteratur (1/2018)

Nachdem Herr K. nun schon länger keine Beiträge mehr in Literaturzeitschriften veröffentlicht hat, wurde es Zeit, dies zu ändern. In der ganz frischen und neuen Kölner Literaturzeitschrift Kliteratur ist nun das kurze Prosastück Mäuerchen erschienen. Die erste Ausgabe der Zeitschrift widmet sich, großspurigwie sie daherkommt, auch gleich dem Thema „Gott“ und versammelt Lyrik, Prosa und Kunst ganz unterschiedlicher oft junger Autor*innen (wenn es sich um Originalbeiträge handelt).

Die Liste der Kölner Literaturzeitschriften (seit den 90er Jahren) ist nicht ewig lang, aber ein paar meist kurzlebige oder (sehr) unregelmäßig erscheinende Magazine gab und gibt es schon. An Der Hagen und :Kolon war Herr K. als Redaktionsmitglied oder Herausgeber mitbeteiligt, an manchen anderen als Autor. Ehrenfelder, um[laut], sprachgebunden, schliff, freio, booksports, Matices, westtext u.a. (was fehlt?) – alle mit sehr unterschiedlichen Ansätzen, die meisten gedruckt, manche nur/auch online verfügbar. Und auch der finanzielle Hintergrund ist sehr verschieden und reicht vom Ein-Frau-Blatt bis zu von der Stadt oder der Universität finanzierten Projekten. Der Kliteratur, die halbjährlich erscheinen möchte, sei Ausdauer und Glück gegönnt. Weitere Infos finden sich hier.

F30AF1CE-D051-4FDB-A203-AF7EB93BC7A7

Advertisements

Leiche und Krüppel

In einer ausführlichen Besprechung beschäftigt sich Patrick Wilden in der aktuellen Ausgabe der Dresdner Literaturzeitschrift Ostragehege (1/2018) mit dem Roman Bessermann. „Es gibt regelrechte Action-Szene“ schreibt er, wenn  er den Spuren der einzelnen Figuren nachgeht. Zurecht bemerkt er, wie sich die einzelnen Figuren im der Hauptfigur spiegeln. Die Gewalt zieht sich durch alle Generationen.

70EB61A9-52DC-4333-BBD8-083DF1555CD1

Nouvelles internationales #1

Aus den Glücklichen Niederlagen würden, sagt der Übersetzer Pablo Jofré, im Spanischen Fracasos felices. Die Übersetzung des Bandes ist für den chilenischen Frühling (den europäischen Herbst) geplant.

Außerdem sind in transkrit (8/2016), der revue littéraire / Zeitschrift für Literatur, die vom Centre culturel Kulturfabrik im luxemburgischen Esch/Alzette herausgegeben wird, eine Hand voll neue Gedichte von Herrn K. erschienen.

 

 

Analysis und Plusquamperfekt

Das Gedicht Analysis und Plusquamperfekt aus dem bald im Sprungturm Verlag erscheinenden Gedichtband Glückliche Niederlagen ist zur Zeit Gedicht der Woche im Signaturen-Magazin.

Analysis und Plusquamperfekt, abgelegte Fähigkeiten, zerbröselt
manche dahingestoben, schauen wir dem Kind über die Schulter
das über Brüchen verzweifelt, wir liebten Brüche, das leise Pfeifen
wenn die Glätte der Fassaden splittert, wenn Häuser einstürzen (…)

 

 

innere sicherheit (verboten gut)

»wird er feucht beim anblick der flakons? bei musik, die der / kaufhaus-dj auflegt für deinen privaten cash-flow?« Adrian Kasnitz hat vor zehn Jahren die Stadt Köln (»…Köln…«) bis vor den Zaun von Melilla geschleift; mit einer Handvoll Seiten erinnern wir an den verboten guten Band »innere sicherheit« – so steht es bei Karawa.net und dort ist  eine Auswahl an Gedichten zu lesen und zu hören.

Der Band, 2006 im yedermann Verlag erschienen, ist in wenigen Restexemplaren noch direkt hier zu haben.

Kasnitz+innere-sicherheit

Alternativlos: Flüchtling

Eine Sondernummer der österreichischen Literaturzeischrift Triëdere beschäftingt sich mit dem Sprechen über Flüchtlinge. „Menschen sind auf der Flucht. Das öffentliche Sprechen über Vertriebene, Geflohene oder Flüchtlinge erfährt in den vergangenen Monaten der sogenannten ‚Flüchtlingskrise‘ eine immer deutlichere abwertende Färbung: In der medialen Berichterstattung und dem politischen Diskurs werden wie selbstverständlich Metaphern bedient, die sich an Naturkatastrophen (Wellen, Ströme, …) oder militärischen Freund-Feind-Schemata (‚Festung Europa‘) orientieren. Diese Bilder sind dabei alles andere als harmlos: vielmehr wirken sie mit an der affektgeladenen Konstruktion einer Wirklichkeit, in der irrationale, doch vermeintlich ‚berechtigte‘ Ängste schwerer wiegen als Menschenrechte und Solidarität“, schreiben die Herausgeber. Mehr als 30 Beiträge hat die Sondernummer, zu der Herr K. die Gedichte am zaun von melilla (aus dem Band innere sicherheit von 2006) und Zunächst unklar steht vor der Tür beigesteuert hat. Letzterer Text ist extra für Triëdere entstanden und benutzt Begriffe der Floskelwolke, einem medien- und sprachkritischen Webprojekt, das täglich Phrasen in den deutschsprachigen Nachrichten analysiert. Der Erlös aus dem Verkauf wird übrigens zur Unterstützung von ehrenamtlichen Deutschkursen verwendet.

cover_flucht

Triëdere 13 (2015)

Die 13. Ausgabe von Triëdere, der Zeitschrift für Kunst, Literatur und Theorie aus Wien, widmet sich dem Thema (Auto)Poetologien und umfasst Beiträge u.v.a. von Marcel Beyer, Marco Grosse, Elfriede Jelinek, Adrian Kasnitz, Markus Köhle, Astrid Nischkauer, Sophie Reyer, Clemens J. Setz, Verena Stauffer und Monika Vasik. Der Beitrag von Herrn K. beruht auf dem Literarischen Selbstgespräch, das Astrid Nischkauer aufgezeichnet hat.

12219332_10153619046711251_1952921953214294577_n

 

schliff 3 (2015)

In der Literaturzeitschrift schliff, die am Kölner Institut für deutsche Sprache und Literatur herausgegeben wird und in der Edition Virgines erscheint, sind auch Beiträge von Herrn K. enthalten, und zwar zwei Gedichte aus dem Kalendarium-Zyklus und eine Einführung in das Werk von Dominik Dombrowski.

Es finden sich dort Gedichte und Essays von Nils Aßmus, Günter Blamberger, Nico Bleutge, Benjamin Brey, Chris­toph Danne, Matthias Dieckmann, Udo Friedrich, David Gabriel, Alina Geukes, Lars Gustafsson, An­drea Heuser, Lisa James, Adrian Kasnitz, Jochen Kelter, Thorsten Krämer, Michael Krüger, Stan Lafleur, Claudia Liebrand, Christoph Lurtz, Nico Ries, Jan Volker Röhnert, Xaver Römer, Peter Salomon, Walle Sayer, Tom Schulz, Petra Schumacher, Pia Steffen, Aleš Šteger, Julia Trompeter, Wilhelm Voß­kamp, Jan Wagner, Helene Wczesniak, Alexander Weinstock und Ron Winkler.

image

Neues aus NRW

Laut neuesten statistischen Zahlen leben 17.571.856 Menschen in Nordrhein-Westfalen. Mindestens 111 davon sind Dichter/innen, die nun eine schmucke Anthologie vorstellt. Für stadtlandfluss wählten die Herausgeber Jürgen Nendza und Hajo Steinert jeweils drei Gedichte pro Autor/in, die in den letzten 25 Jahren erschienen sind. Das hat zur Folge, das neben Herrn K. und dem Gros an aktuellen Schriftsteller/innen auch Namen wie Thomas Kling, Hilde Domin und Peter Rühmkorf Eingang gefunden haben. Erschienen ist der Band im Düsseldorfer Lilienfeld Verlag, ermöglicht wurde er durch die Kunststiftung NRW, die in diesem Jahr ihr 25-Jähriges feiert.

Im Land der „schrumpfenden Städte„, dem rückläufig besiedelten westfälischen Landesteil, erscheint das Kulturmagazin Westfalenspiegel. In der aktuellen Ausgabe (4/2014) bespricht Jochen Grywatsch den Band Sag Bonjour aus Prinzip von Herrn K. Die Gedichte seien „aufmerksame Miniaturen, die sich der Bewegung des Meeres anpassen“.

Stadtlandfluss_225x380Sag Bonjour aus Prinzip