Lyrik einer jungen Diaspora

Über unsere hebräische Anthologie Was es bedeuten soll und unsere Berliner Release-Lesung in der Lettrétage berichtet Ralf Balke von der Jüdischen Allgemeinen. „… in den vergangenen Jahren zog es zahlreiche Israelis ins Ausland. Vor allem in Berlin ist eine äußerst kreative und vielfältige israelische Szene entstanden. Man lebt zwar in Deutschland, spricht häufig auch mittlerweile die Sprache, aber schreibt weiterhin auf Hebräisch. Eine quasi eigenständige Stilrichtung konnte sich so weltweit herauskristallisieren, das »Ivrit Diasporit«, zu Deutsch: das Hebräisch der Diaspora. ‚Das führt natürlich zu der Frage, wie man eine Literatur am Leben erhält und weiterentwickeln kann, wenn man als Israeli in einem anderen Land lebt‘, sagt Schiffer.“

Wie sehr die Erfahrungen von Diaspora und Migration in das Schreiben einfließen, erzählt auch Maya Kuperman: „Migration ist eine sehr nachhaltige Erfahrung, die einer der zentralen Gegenstände meiner Texte geworden ist, seit ich hier lebe.“

„‚Mit unserer Anthologie wollen wir auch eine Literaturszene für deutsche Leser, die kein Hebräisch sprechen, sichtbar machen‘, bringt Kasnitz die Motive dahinter auf den Punkt.“

Fazit der Jüdischen Allgemeinen: „Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag dazu, der hebräischen Lyrik in Deutschland Aufmerksamkeit zu verschaffen.“ Der ganze Beitrag kann hier nachgelesen werden.

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Eine eigene Sprache

„Der Band versammelt 13 Stimmen von teils hebräisch, teils deutsch dichtenden, größtenteils jüngeren Lyriker*innen, die hierzulande bis dato kaum wahrgenommen werden. Dankbar darf man dem Herausgeberduo dafür sein. Ihr Band macht ein wenig vertrauter mit noch wenig bekannten Stimmen und ermöglicht zudem eine Teilhabe an dem ‚Wunder, dass die jüdische und hebräische Kultur in Europa heute wieder pulsiert’“, schreibt Beate Tröger über die von Gundula Schiffer und Herr K. herausgegebene und übersetzte hebräische Anthologie Was es bedeuten soll in der aktuellen Ausgabe des Freitag.

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Was es bedeuten soll. Neue hebräische Dichtung in Deutschland

Dass die jüdische und hebräische Kultur heute in Deutschland und Europa wieder pulsiert, ist ein Wunder. Ein Wunder, um das man sich kümmern muss. Tatsächlich schließt sich heute der Kreis und die modernhebräische Literatur kehrt dorthin zurück, wo sie gegen Mitte des 19. Jahrhunderts begann. Vornehmlich in osteuropäischen Metropolen wie Kaunas, Warschau oder Odessa, aber auch im Westen, etwa in Paris und London wirkten damals die ersten modernhebräischen Schriftsteller, bevor sich diese Zentren mit der Staatsgründung nach Tel Aviv und Jerusalem verschoben. Aktuell liegt eines ihrer Hauptzentren wieder in Berlin; Hebräisch versteht sich hier als diasporische und kosmopolitische Sprache, eingewoben in ein transnationales, ja weltumspannendes literarisches Netz. Die hier versammelten Gedichte wurden allesamt in Deutschland verfasst und bisher nicht ins Deutsche übersetzt; bei den meisten handelt es sich auch im Original um bisher unveröffentlichte Texte.

Die von Gundula Schiffer und Adrian Kasnitz aus dem Hebräischen übersetzte und herausgegebene Anthologie versammelt Texte von Ronen Altman Kaydar, Yael Dean Ben-Ivri, Tomer Dotan-Dreyfus, Asaf Dvori, Yemima Hadad, Zahava Khalfa, Admiel Kosman, Maya Kuperman, Tali Okavi, Loulou Omer, Gundula Schiffer, Mati Shemoelof und Michal Zamir. Die Cover-Zeichnung stammt übrigens von der israelischen, in Köln lebenden Zeichnerin Noam Weiner.

Das Buch wird am 11. Februar 2020 im Literaturklub Köln und am 14. Februar in der Lettrétage Berlin vorgestellt.

Was es bedeuten soll. Neue hebräische Dichtung in Deutschland, herausgegeben und aus dem Hebräischen übersetzt von Gundula Schiffer und Adrian Kasnitz, 136 Seiten, Preis: 15,- € – und erscheint heute in der parasitenpresse.  

 

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Lesung in Sicht

Am 21. Januar liest Herr K. gemeinsam mit Gundula Schiffer, Martin Piekar und Enis Maci bei der Kölner Lesereihe Land in Sicht, die seit einigen Monaten im Café Fleur stattfindet. Das Café ist eins der alten Lieblingscafés von Herrn K., günstig op dr Eck gelegen, dort wo sich Linden- und Engelbertstraße treffen.

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