Ciudades menguantes / Schrumpfende Städte

Große Freude im Hause K.: Mit Ciudades menguantes, der spanischen Übersetzung von Schrumpfende Städte liegt nun der zweite Gedichtband von Herrn K. auf Spanisch vor. Die Übersetzung besorgte Pablo Jofré, der auch schon Fracasos felices (Glückliche Niederlagen) übertragen hatte. Erschienen ist das Buch nun in einer zweisprachigen Ausgabe bei Amargord Ediciones in Madrid, in der Reihe Fragmentaria, die der Dichter Luis Luna herausgibt.

Übersetzungen aus dem Griechischen

Für den Versopolis beim Hausacher LeseLenz sind neue Übersetzungen aus dem Griechischen entstanden. Es sind zehn Gedichte von Yorgos Alisanoglou, die Herr K. zusammen mit Wassiliki Knithaki übersetzt hat. Und in der ersten Nummer von Transletter, einer Zeitung zum Übersetzen von Ausreißer, Lichtungen und Perspektive ist das Gedicht Der Krieg kommt von Jazra Khaleed im Original und Übersetzung abgedruckt worden. Eine Übersetzung des Langgedichts Requiem für Homs von Khaleed ist in Arbeit.

Wilde Tiere im Kunsthistorischen Museum Wien

„Aufgrund ihrer ungewöhnlich geringen Dichte an Metaphern, Vergleichen und intertextuellen Referenzen strahlen die Gedichte von Krišjānis Zeļģis eine gewisse Unschuld aus, der man nicht trauen sollte. Die Texte – ins Deutsche übertragen von Adrian Kasnitz – sind nüchtern, der Prosa nah, und inhaltlich wie sprachlich ganz in der Gegenwart verortet: Es geht um alltägliche Beobachtungen, zufällige Begegnungen und romantische Beziehungen, Arbeitswelten, Kommunikationstechnik und Natur, Provinz und Einsamkeit. Die Texte sind zugänglich, ihre Themen scheinen uns vertraut. Und doch verfügt nahezu jedes Gedicht über einen unvermittelten Perspektivenwechsel, einen ironischen Twist, oder driftet ab ins Groteske – mal schleichend, mal brachial –, so wie die vielen Tiere/Bestien (hierzu zählen auch die Menschen), die sich durch den Band ziehen und mit leuchtenden Augen auf den Hochsitz blicken, in dem wir uns in Sicherheit wähnen“, schreibt Tino Schlench auf Literaturpalast.at über Wilde Tiere von Krišjānis Zeļģis und beschäftigt sich vor allem mit dem Gedicht ein Hochsitz im Wald aus dem Band. In einer Kooperation mit dem Kunstvermittler Daniel Uchtmann vom Kunsthistorischen Museum in Wien werden dort Lyrik und Kunst zusammengebracht. Hier ist es das Bild Salome mit dem Haupt Johannes des Täufers (um 1520/24) von Andrea Solario. Zum ganzen Text sowie zu den Bildern gelangt man hier.

Kalendarium #7

Juli, Hitze und überlaufende Sprache aus Schleifen und Wendungen. Das alles versammelt das Kalendarium #7 von Herrn K., der siebte Teilband des Kalendarium-Projekts. Schwimmen, Melone essen, lieben, den Tag auskosten, als gäbe es kein Morgen, heißt auch zu wissen von der Brüchigkeit der Welt, dem verlorenen Paradies, von den Stellen, die schon zerstört sind, den sterbenden Korallenriffen, den eingepferchten Tieren, dem stinkenden Fluss. Immer begleitet von dem Wunsch, die Stadt zu fluten oder alles in Flammen aufgehen zu lassen. In Dystopie und Endzeitstimmung bei knapp 40° C gleiten die Texte. Und doch bleibt da der Versuch, das Glück zu fangen, „das Unwiederbringliche am Abend bei den Containern“. Die Gedichte sind „kleine versteckte Scherzpistolen / die wir uns in den Mund stecken, tief hinein“. Und wieder zum Vorschein kommt die Welt, die wir gerupft und verschlungen haben. 

Neben den Gedichten enthält das Buch vier Collagen des Autors. Das Lektorat besorgte diesmal Mathias Traxler. Die graphische Gestaltung stammt wie immer vom Kölner Büro Kikkerbillen.

Adrian Kasnitz: Kalendarium #7. Gedichte, 44 Seiten, Preis: 10,- € – ist ab sofort lieferbar

100 + 14

Die Gedichte Pferd und November 2020 von Herrn K. sind in der Jubiläumsausgabe der Dresdner Literaturzeitschrift Ostragehege (100/2021) abgedruckt, das Gedicht Mein:herz:hagen, die toten Wälder ist in der 14. Ausgabe der Versnetze-Anthologie von Axel Kutsch (Verlag Ralf Liebe) enthalten.

Im Plastikstrudel

„Den Abschluss bildet dieses kleine Trauerstück. Hier im wahrsten Sinn des Worts. Denn ein Trauerspiel ist es nicht – nur das Bild, dass es evoziert. Das Bild verschränkt in sich spiegelnd Meer und Ich, das Abbild des Betrachters. Schiefern ist es, wie eine Tafel. Geschrieben darauf: ein Plastikstrudel, eine Scherbe, die einen Arm ritzt und die Seele meint, Schädelplatten, die sich auf den Punkt zusammenschieben, ein Herz, das sich verbiestert. Schrecklich. Alles in diese wenigen, lakonischen Verse geschafft“, schreibt Walther Stonet über das Kalendarium #1 von Herr K. bei Zugetextet.com. Mittlerweile sind sechs Teilbände des Kalendariums erschienen, Kalendarium #7 erscheint im Juni.

Mein:herz:hagen in der Sentimentalen Eiche

Wo könnte ein Gedicht über die abgestorbenen und abgeholzten Wälder des Sauerlandes besser hinpassen als in das neue literarische Blatt aus Westfalen mit dem Titel Die sentimentale Eiche? Und dann ist dieses Blatt noch eine echte Literatur-Zeitung! Herausgegeben wird es von Matthias Engels, es erscheint in 100 Exemplaren und künftig immer wieder. Das Gedicht Mein:herz:hagen von Herrn K. ist dort sogar erstmals abgedruckt.

Wilde Tiere auf der Lyrikempfehlungsliste

Der Gedichtband Wilde Tiere von Krišjānis Zeļģis, in der Übersetzung von Herrn K., steht auf der diesjährigen Lyrikempfehlungsliste der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (u.a.). Dort ist auch eine kurze Video-Lesung mit Krišjānis zu finden.

Das ELK-Hörbuch — parasitenpresse

Von unserem Europäischen Literaturfestival Köln-Kalk gibt es nun auch ein Hörbuch bei Bandcamp mit Texten von Rasmus Nikolajsen, Zehava Khalfa, Pablo Jofré, Margarita Athanasiou, Zoltán Lesi, Eleonore Schönmaier, Krišjānis Zeļģis und Željana Vukanac in den Originalsprachen und (wo erfroderlich) den deutschen Stimmen von Anna Pia Jordan-Bertinelli, Jonas Linnebank, Wassiliki Knithaki und Adrian Kasnitz. Ganz großen […]

Das ELK-Hörbuch — parasitenpresse

Wilde Tiere: Lakonische Bestandsaufnahme

Den Gedichtband Wilde Tiere von Krišjānis Zeļģis (in der Übersetzung von Herrn K.) stellt Tomas Fitzel bei RBB Kultur vor und bescheinigt den Texten, direkt und unverstellt zu sein. „Ich begriff, dass ich an gar nichts mehr glaubte.“ Auch die Landschaft, leer wie ein sauber geleckter Teller, bietet keinen Halt. Doch weckt sie Erinnerungen: Semgallen, Masuren, Bobrowskis Sarmatien. Den ganzen Beitrag kann man hier nachhören.